In Geburt, Interviews

Fotografen Interview mit Silke Brünnet

Silke liebt die kleinen Dinge im Leben, genau so wie die großen Wunder, die einem täglich begegnen, wenn man an das Gute glaubt. Zu ihrer positiven Einstellung zum Leben kommen Detailverliebtheit und Natürlichkeit. Ihre Tochter Levie war der Grund, der sie dazu brachte, sich vollberuflich der Fotografie zu widmen. Silkes Bilder sind mehr als ihre Motive, sie lichten vor allem die Leidenschaft und Authentizität ab, mit der sie ans Handwerk geht. Im Vordergrund ihrer Bilder stehen der Moment und die gemeinsame Freude von Fotografin und Ihren Kunden: den jungen Paaren, Verlobten und Familien. Für den Chocoholic sind Bilder Ausdruck ganz bestimmter Vorstellungen zu einem Zeitpunkt und somit wertvoller Begleiter von besonderen Erinnerungen, die wir in unseren Herzen tragen.

Hallo liebe Silke! Kannst du uns erzählen, wie du zur Fotografie gekommen bist?

 

Ich fotografiere irgendwie schon mein ganzes Leben lang. Mein erstes Set habe ich tatsächlich mit 16 gebaut…. Dazu habe ich in meinem Kinderzimmer eine Wand frei geräumt, die Wand mit Zeitungspapier beklebt, meiner Freundin die Klamotten meiner Mom angezogen und los ging’s. Aber lange spielte die Fotografie immer nur eine Nebenrolle. Die Bilder habe ich zum Beispiel erst kürzlich gefunden und mich da erst schmunzelnd wieder daran erinnert.

Irgendwann hat mein Mann mir dann eine Spiegelreflexkamera geschenkt – analog…. Ab da habe ich alles bewusster fotografiert und die Leidenschaft war entfacht. Ich war aber noch weit weg von „das wird mal mein Beruf“. Nach meinen BWL-Studium arbeitete ich im Familienbetrieb. Auch dort ließ ich die Fotografie einfließen…Es handelte sich um ein Unternehmen mit Montagebetrieb. Das heißt die Mitarbeiter „draußen“ sind alle deutschlandweit auf verschiedenen Baustellen und sehen sich nur selten. Ich gestaltete also eine eigene Firmenzeitung mit meinen Bildern. Dazu fuhr ich zu den einzelnen Baustellen, um die Mitarbeiter und ihre Arbeit zu fotografieren, um sie eben durch die Zeitschrift einander näher zu bringen.

Als es dann zur Digitalfotografie ging, tat ich mich schwer… ich liebte das Klicken der analogen Kamera so sehr. Es war wie Musik in meinen Ohren. Aber letztendlich gab es so viele Vorteile bei der digitalen Fotografie. Man konnte viel mehr ausprobieren, denn was nichts war, konnte ja einfach gelöscht werden… und heute ermöglicht sie mir das zu tun, was ich am liebsten tue: Momente und Gefühle einfangen. Und das geht eben oft nur über viele Klicks. Auch die Gruppe Magic Artists, die ich damals mit der Firma und dann privat unterstützte, war perfekt, um die Kamera zu nutzen – die Bilder von den eigenen Auftritten kamen auf den Blog – die richtig guten Bilder waren aber auch hier nicht von mir. Egal. Denn so wichtig war es noch nicht. Bevor ich die Fotografie zu meinem Mittelpunkt machte, gründete ich mit einer Kollegin eine Eventagentur. Dort fotografierte ich schon Hochzeiten mit all dem Wissen, das ich mir selbst angeeignet hatte.

Als meine Tochter geboren wurde, wollte ich für sie da sein und so beschloss ich, die Fotografie auch beruflich auszuüben. So kann ich mir Termine legen, wie es eben passt, arbeiten, wenn sie schläft. Bis heute bereue ich diese Entscheidung nicht. Ich fing mit einem Fernstudium an, konnte aber nicht wirklich damit warm werden… Wenn ich dem folgte, was ich las, verlor ich das Gefühl zum Fotografieren. Ich beschloss mich über Workshops weiterzubilden – gezielt zu den Inhalten, die mich interessierten – und ansonsten weiter meinem Bauchgefühl zu folgen. Seine Leidenschaft zum Beruf machen zu können ist etwas Großartiges und nicht selbstverständlich. Auch das Feedback, was du als Fotograf erhältst, ist etwas Wunderbares. Und was du mit deiner Fotografie umgekehrt geben kannst, ist unbezahlbar. Denn Erinnerungen zu schaffen ist in Wirklichkeit unbezahlbar.

 

 

Wie würde sich deine Welt heute von einem Leben ohne Fotografie unterscheiden?

Gute Frage, sicherlich würde ich weiterhin etwas Kreatives machen. Ich sprühe immer vor Ideen und liebe es kreativ zu sein. Manchmal erzählt mir jemand etwas und dabei fallen mir 1000 Dinge ein, was man machen könnte. Vielleicht wäre ich heute auch Coach, Motivationscoach. Ich liebe es Menschen in ihrem Tun zu unterstützen und zu motivieren, an sich selbst zu glauben und ihre Ziele zu erreichen (aber nur, wenn ich spüre, dass das was sie tun, auch Erfolg haben könnte). Unbewusst habe ich das schon ein paar mal getan und immer glücklich behalten und sie wurden erfolgreich. Aber so im Hier und Jetzt bin ich glücklich mit Alica, Sarah und Anika ein Team bei Betty&Bride geschaffen zu haben, mit dem man wirklich tolle Dinge zusammen machen und erleben kann.

 

Wie würdest du deinen Stil beschreiben?

Authentisch, unkompliziert und mitten aus dem Leben – und das, obwohl ich eben viel im Studio fotografiere. Bei einem Shooting geht es mir in erster Linie darum, dass man Spaß hat und eine  tolle Zeit miteinander verbringt. Es wird so viel geredet, dass meinem Gegenüber oft gar nicht bewusst ist, wann genau ich die Bilder mache. So entstehen immer echte Momente, weswegen meine Kunden gerne zu mir kommen. Ich mag es unkompliziert und schlicht. Bei Hochzeiten ist es das schönste Gefühl, wenn die Gäste fragen, ob du ein Freund der Braut oder des Bräutigams bist und wenn du ihnen sagst, dass du gebucht bist, weißt du aber, dass das Vertrauen zu 100 % stimmt.

 

Was ist in deiner Kameratasche?

Ich arbeite mit der Canon Mark IV und habe verschiedene Objektive. Mein Liebling ist allerdings das 35mm 1,4 L USM II.

 

 

Stichwort Neugeborenenfotografie: Wie bereitest du dich und die Eltern auf ein Babyshooting vor?

Ich bereite mich selbst mittlerweile eigentlich gar nicht mehr groß vor, weil ich gemerkt habe, dass ich situativ immer am besten arbeite. Ich liebe es, mich einzufühlen und den Moment zu spüren, die kreativen Gedanken fließen zu lassen. Auch bei Neugeborenen-Shootings bin ich meist komplett unvoreingenommen. Den Eltern sage ich, dass das Baby bestimmt, wie es läuft. Ich bitte sie für mich einen neutralen Body mitzubringen und immer auch etwas, das sie am liebsten mögen. Einfach einpacken und dann suchen wir zusammen aus. Das hat bis jetzt immer geklappt.

Kürzlich kam eine Mami, die bereits Zwillinge hatte. Die beiden Mädchen haben das Moseskörbchen direkt mal für alle Kuscheltiere genutzt. Was für eine süße Vorlage, um das Baby genau dort hineinzulegen… und die Twins waren happy, dass sie etwas dazu beigetragen haben. Ich lasse vieles einfach laufen, versuche eben nur eine tolle Stimmung zu schaffen und das widerzuspiegeln, was sie mir bieten.

 

Was glaubst du schätzen deine Kunden an dir?

Wenn ich in ihre Köpfe schauen könnte, könnte ich euch das genau sagen. 🙂 Aber als Feedback bekomme ich oft zurück, dass es so herrlich unkompliziert und schön war. Eltern sind immer froh und dankbar zu spüren, dass ich ihre Kleinen ernst nehme, ihnen Raum schaffe und die dann mit Begeisterung mitmachen. Kinder sind so einfach und ehrlich und je nach Alter zeigen sie dir in nur 3 Minuten alle Emotionen, die es gibt. Von fröhlich über traurig über motzig bis hin zu begeistert – und jede Emotion davon ist zu 100% echt. Dafür liebe ich diese Kleinen. Sie sind so pur, so echt. Bei Brautpaaren freue ich mich, wenn sie glücklich sind, ihren Tag noch mal durch mich zu erleben, denn der Tag selbst geht am Paar viel zu schnell vorbei. Auf den Bildern kommen die Erinnerungen zurück und das Erlebte kann viel schöner reflektiert werden. Am liebsten bin ich von Anfang an dabei, denn dann lernen mich schon die wichtigsten Vertrauten des Paares kennen und so bin ich mitten drin statt nur dabei und Gäste nehmen mich als Freund und nicht als Dienstleister wahr.

 

Gibt es ein (bekanntes) Foto, das dich mehr als andere berührt? Warum?

Hier habe ich lange überlegt. Ich bin ja selbst total fotobegeistert und finde so viele Bilder toll. Es gibt ein Bild, dass mich mehr als andere berührt hat, aber das ist von mir selbst.

Als ich anfing, fotografierte ich eine Hochzeit von Bekannten. Ich schaute, dass auch das Pflegepferd von der begeisterten Tierfreundin auf der Hochzeit erscheint und sie bekam es unerwarteter Weise geschenkt. Sie war so glücklich darüber, dass sie weinen musste. Hier entstand ein Bild von mir – sogar leicht verschwommen – das sowas von emotional war. Die Braut und ich selbst fanden es mega schön. Als die Braut mir dann 3 Jahre später schrieb, dass ihr Pferd leider verstorben sei und aber genau dieses Bild sie für immer mit ihm verbindet, wurde mir bewusst, wie wertvoll dieses Bild ist. Bilder sind wertvoll in der Zeit des Verlustes, damit sich nicht nur das Herz ewig erinnern kann, sondern damit die Vorstellung bleibt.

 

Das Shooting deiner Träume wäre …

Da ich ja durch mein Studio schon so ein Indoor-Fan geworden bin, wäre mein Traumshooting mit einer wunderschönen Familie in einem mega lichtdurchfluteten Haus, im Stil von Delia Fischer von Westwing ausgestattet. Ein Traum!

 

Du bist nicht nur Fotografin – sondern auch…

… mit Herz und Seele Levie-Mama, eben Familienmensch, Harmonie- Lover und Schoko- Junkie. Ich bin liebevoll verpeilt und oft chaotisch, meist zu spät oder auf die Minute pünktlich – selten zu früh. Ich bin detailverliebt und liebe es, einfach mal zu machen – es könnte ja gut werden. Ausprobieren und nicht lange überlegen, sich leiten lassen und immer im Hinterkopf haben, dass, wenn sich eine Tür schließt, sich immer eine neue öffnen wird. Ich liebe das Leben und was es mir bietet – auch mit seinen Tiefschlägen. Denn du selbst hast immer die Wahl, was es aus dir macht. Ich habe mich dafür entschieden, an allem zu wachsen.

 

Was ist dein Lieblingslied im Augenblick?

Auch hier hab ich leider einfach viel zu viele… immer werde ich das Lied Music von John Miles lieben. Es erinnert mich mit seinen schnellen und langsamen Stellen an das Leben mit seinen Höhen und Tiefen und es war damals die Musik, auf der meine Lieblingsturnerin turnte, auf welches die Magic Artists ihren ersten Auftritt performten und die mich auch so immer durch mein Leben begleitet.

 

 

 

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